Chronik

Die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen, rund 3.700 Einwohner zählend, liegt im Südwesten des Bundeslandes, im Kärntner Oberland, im Oberen Gailtal, Unteren Lesachtal, ist eine eigene Bioregion und gehört sowohl zur Karnischen Region als auch zur Kulturachse "Via Julia Augusta". Trotz ihrer, durch naturräumliche und geographischer Exposition zugewiesenen peripheren Lage innerhalb des südlichsten Bundeslandes der Republik Österreich, ist sie durch ihre Lage am Schnittpunkt eines Nord-Süd-Richtung verlaufenden untergeordneten internationalen Verkehrsweges B 110 (die Plöckenpassbundesstraße, Via Julia Augusta) und einer in Ost-West-Richtung verlaufenden überregionalen Verkehrsverbindung B 111 (die Gailtalbundesstraße) gut erschlossen und somit sogar mit vielen wichtigen Zentren Europas verbunden. Neben der relativ direkten Anbindung an das überregionale Straßennetz B 110 und B 111 gibt es auch noch eine eingleisige Eisenbahn aus dem ersten Weltkrieg mit international wichtigen Ausgangsbahnhof Villach im Osten und mit Endstation Kötschach-Mauthen. Sie nimmt eine periphere Lage zu dem östlich gelegenen Kärntner Zentralraum ein und gilt als Ausgangspunkt für das westlich gelegene Lesachtal.

Die Siedlungsgründung geht auf das 5. bis 2. Jh.v.Chr. zurück, als das Gebiet zu den Lebensräumen der Kelten zählte. Eines der ältesten Schriftdenkmäler in Kärnten, die Venetische Felsinschrift in Würmlach aus dem 2. Jh.v.Chr., die Römerstraße über den Plöckenpass mit der nachgewiesenen Siedlung Loncium und den heute noch sichtbaren Resten des Wachturmes oberhalb von Mauthen, sind Zeugen einer langen, an Vielfalt reichen Entwicklungsgeschichte.

Bergbau im Gailtal und das übergeordnete Straßennetz der Römer zwischen Aquiläa und Auguntum über den Plöcken führend, haben diesen Siedlungsraum schon sehr früh große Bedeutung zwischen Nord- und Südeuropa zugemessen. Die Grenze des Stadtgebietes von Teurnia ("Metropolis Norici") entlang des Karnischen Hauptkammes ist auch heute noch die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien. Auch zur Zeit der Karolinger verlief die Grenze von Kartanien und dem Herzogtum Friaul auf dem Höhenkamm der Karnischen Alpen. Als 811 n.Chr., die Diözesenteilung zwischen dem Erzbistum Salzburg und dem Patriachat Aquiläa entlang dem Draufluss gezogen wurde, war das Gebiet der Gemeinde zwar an Karantanien gebunden, aber in der geistlichen Ausrichtung der Missionierung von Aquiläa zugeordnet. Die wirtschaftliche Blüte im Mittelalter basierte auf dem Abbau von Erzen, Gold, Silber und Blei und dem Handel mit Venedig. Italien war Hauptabnehmer für Eisen und Vieh.  

Landkarten aus der Zeit des Erzherzogtums Kärnten um 1680 zeigen bereits alle wesentlichen Siedlungsbereiche der heutigen Flächengemeinde Kötschach-Mauthen. So werden urkundlich erwähnt: Plöckenpass 1184, Mauthen 1276, Höfling 1300, Kötschach 1308, Podlanig 1374, Würmlach 1374, St. Jakob 1376, Laas 1510, Mandorf 1521, Gentschach 1590 und Sittmoos Anfang des 19. Jahrhunderts.

Auch in der Franzosenzeit 1812 - 1814, verlief die Landesgrenze zwischen Österreich und den illyrischen Provinzen auf den Höhen der Karnischen Alpen. Zu dieser Zeit war das Obere Gailtal einschließlich Reisach und das gesamte Lesachtal zu einem Karton zusammengeschlossen, mit Mauthen als Kantonsitz.  

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Rahmen des wirtschaftlichen und industriellen Aufschwunges Kärntens besonders die Entwicklung des Tourismus gefördert. Somit wurde Kärnten zu einem ausgesprochenen Fremdenverkehrsland.  

1958 wurden die Ortsteile Kötschach und Mauthen zu einem Doppelort Kötschach-Mauthen zusammengeschlossen und 1973 um die Orte im Oberen Gailtal - Würmlach, Weidenburg, Höfling, Mandorf - und die Orte im Unteren Lesachtal - Gentschach, Strajach, Podlanig - mit ihren jeweiligen KGs - zu einer Flächengemeinde erweitert.  

Die einzelnen Ortsteile der Groß-Gemeinde Kötschach-Mauthen haben sich im Laufe der Geschichte verschiedenartig entwickelt. Ihre unterschiedlichen Siedlungsstrukturen, vor 1951 entstanden, sind heute noch teilweise ablesbar.  

Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde ist beeinflusst einerseits durch die Lage im Übergangsbereich des östlich tiefergelegenen Gailtales und des westlich höher gelegenen Lesachtales, sowie dem Ausbau der Plöckenpass Straße nach Süden und des Bergüberganges in das nördliche Drautal, welches im Gegensatz zum Gailtal im Westen wie im Osten an Talschaften angeschlossen, ein Durchzugstal ist. Auf gewisse Weise endet das Gailtal in Kötschach-Mauthen. Die Plöckenpass Straße als Nord-Süd-Achse, ist eine wichtige Verbindung zwischen München und Venedig. Auch heute verbindet diese Bundesstraße den nordostitalienischen Wirtschaftsraum über die Felbertauernstraße mit den nördlich gelegenen Wirtschaftsräumen Tirol und Bayern.

In den Jahren 1980/81 wurde der sozioökonomische Typ Kötschach-Mauthens  als "agrarisch mit starkem Fremdenverkehrsanteil" beurteilt. Festgestellt wurde auch, dass die Abwanderung in der Dekande 1970/80 österreichweit aus fremdenverkehrsbetonten Regionen eingedämmt werden konnte. Zur gleichen Zeit gab es in Kötschach-Mauthen allerdings eine Reduktion der Wohnbevölkerung. Zusätzlich reduzierten sich die Nächtigungszahlen im Fremdenverkehr, sodass die Typisierung "Fremdenverkehrsgemeinde" für Kötschach-Mauthen eigentlich nicht mehr zutrifft. Die bereits erworbene Rangziffer ist mit Diensten in der Wirtschaft (ohne Fremdenverkehr) viel schwieriger zu verteidigen bzw. auszubauen. Die mäßige Ausstattung der Gemeinde macht es notwendig, dass die Bevölkerung zur Befriedigung ihrer gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und gesundheitsvorsorglichen und kulturellen Bedürfnisse aus der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen auspendeln. Die nächsten Mittel- und Oberzentren liegen in unterschiedlicher Entfernung. Durch die topographische Lage und die Anbindung durch den Österreichischen Personalnahverkehr sind diese teilweise nur sehr zeitaufwendig zu erreichen.  

In der Marktgemeinde gibt es rund 300 Gewerbeanmeldungen und rund 180 selbständige Gewerbetreibende fast aller Branchen. Der größte Anteil der Beschäftigten liegt in der Industrie (Holz- und Metallverarbeitung) mit ca. 350 Beschäftigten. Einkaufsgeschäfte, Gewerbe- und Industriebetriebe liegen, entsprechend der gesamten Besiedelungsstruktur, im gesamten Gemeindegebiet stark verstreut.  




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